Ein neues Gesicht und optimistiche Volksbank-Chefs

Haltern am See. Die Volksbank Haltern ist mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden. Dennoch betonen die Vorstände Christoph Sebbel und Henning Henke, dass es Branchen-Trends gibt, die der Bank zu schaffen machen.

Ihrer Volksbank geht es gut.“ Mit diesen Worten unterstrich Vorstand Christoph Sebbel die Zahlen, die er und sein Kollege Henning Henke am Montagabend den 220 Mitgliedervertretern während der Vertreterversammlung in der Seestadthalle präsentieren konnten.

Die Bilanzsumme („Das ist die Visitenkarte einer Bank“, so Henning Henke) stieg um 6,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016 auf 489 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder wuchs um gut 550 auf 10.603. Das Eigenkapital der Bank beläuft sich auf 50,4 Millionen Euro. Damit habe die Volksbank ihre Möglichkeiten der Kreditvergabe „deutlich ausgeweitet“, wie es im Jahresbericht heißt. „Eine Kreditklemme gibt es bei uns nicht“, so Henning Henke.

Die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung in der Region sind positiv. Der Vorstand rechnet im Kreditgeschäft mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent. Im Einlagengeschäft erwartet die Bank ein „moderates Plus“ von 1,5 Prozent. Bei der Bilanzsumme prognostizieren die Vorstände einen Zuwachs von 1,25 Prozent.

Aber: Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bilanzgewinn leicht auf 1,25 Millionen Euro. Durch einstimmigen Beschluss der Versammlung erhalten die Mitglieder eine fünfprozentige Dividende. Die Bank schüttet damit über 115.000 Euro als Gewinnbeteiligung an ihre Anteilseigner aus. Der verbleibende Teil vom Überschuss fließt über die Rücklagen in das Eigenkapital.

Fusion der beiden Banken
Im abgelaufenen Geschäftsjahr der Volksbank Haltern lag der Betriebsaufwand bei 7,9 Millionen Euro, der Zinsüberschuss war weiter rückläufig (8,6 Millionen Euro). „Daher ist die angestrebte Fusion mit der Volksbank Lüdinghausen-Olfen nur folgerichtig, um den Betriebsaufwand für beide Geldinstitute durch Zusammenlegung reduzieren zu können“, so Henning Henke.

Die aus der Fusion hervorgehende Bank wird den Namen „Volksbank Südmünsterland-Mitte“ tragen. Über die Fusion soll in Haltern und bei der Partnerbank in außerordentlichen Vertreterversammlungen am 24. September abgestimmt werden. Sollten die Mitglieder zustimmen, ist die Fusion für den 1. Januar 2019 geplant.

Die beiden Banken würden sich in vielen Bereichen ergänzen: Lüdinghausen-Olfen hat einen Kredit- und Haltern einen Einlagenüberhang. In Haltern liegt der Privatkundenanteil bei 59 Prozent, in Lüdinghausen und Olfen bei 41 Prozent. Und in Lüdinghausen und Olfen gibt es mehr Neubaugebiete und gewerbliche Ansiedlungen, was das Kreditgeschäft fördert. Daran mangele es in Haltern am See, so Henning Henke. Für die Kunden ändere sich mit der technischen Umstellung im Herbst 2019 die Bankleitzahl und damit auch die IBAN. „Aber kein Halterner muss wegen seiner Bankgeschäfte nach Lüdinghausen fahren oder umgekehrt“, so Christoph Sebbel, der zudem betonte: „Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben.“

Die drei Trends, die die Bankenbranche aktuell in Atem halten, sind laut der Volksbank Haltern die anhaltende Niedrigzinsphase, die fortschreitende Digitalisierung und die Regulatorik in Form immer mehr werdender gesetzlicher Vorgaben.

Nadine Winkels wurde einstimmig in den Aufsichtsrat der Volksbank gewählt.

Aus Altersgründen schieden aus: Werner Buthmann, Hans Werner Hadick und Herbert Löbbert. Damit verkleinert sich der Aufsichtsrat von neun auf sieben Mitglieder. Nach der Fusion soll der gemeinsame Aufsichtsrat aus insgesamt zwölf Mitgliedern bestehen.

Benjamin Glöckner, Halterner Zeitung