Vertreterversammlung: Jahresbericht 2015

Haltern am See, den 17.05.2016

Die Volksbank Haltern hat 2015 Kredite, Kundeneinlagen und Bilanzsumme kräftig gesteigert. Aufgrund guter Konjunkturaussichten für die Region wollen die beiden Vorstandsmitglieder Christoph Sebbel und Henning Henke das Kreditvolumen 2016 weiter erhöhen. Dies kündigten sie auf der Ver-treterversammlung am Mittwoch (18. Mai) in der Seestadthalle an. Der anhaltende Niedrigzins stellt allerdings eine Herausforderung dar.


Ihre Bilanzsumme hat die Volksbank Haltern 2015 um 6,3 Prozent auf nun 437,7 Millionen Euro ausgeweitet. „Damit liegen wir sogar noch über dem Durchschnitt der Kreditgenossenschaften in Rheinland und Westfalen“, freute sich Henning Henke. Wachstumsimpulse kamen 2015 vor allem aus dem Kreditgeschäft. „Der gewerbliche Mittelstand, Landwirte und Privatleute nutzten das historisch niedrige Zinsniveau, um ihre Investitionsprojekte zu verwirklichen“, berichtete Christoph Sebbel. „Wir freuen uns sehr, dass wir sie dabei – ganz im Rahmen unseres genossenschaftlichen Förderauftrags – unterstützen konnten“. Unter dem Strich erhöhten sich die Kundenkredite um 4,2 Prozent.

Wie sehr die Kunden ihrer Kreditgenossenschaft vor Ort vertrauen, zeigte 2015 auch das Wachstum von Mitgliederzahl und Kundeneinlagen. Die Volksbank konnte im vergangenen Geschäftsjahr unter dem Strich 319 Mitglieder hinzugewin-nen und zählt nun 9.776 genossenschaftliche Eigentümer – ein Viertel aller Einwohner Halterns.


Die Einlagen der Mitglieder und Kunden stiegen im Berichtsjahr um 5,4 Prozent. Dabei waren Tagesgeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige Anlageformen mit Abstand am beliebtesten, wie Christoph Sebbel berichtete. Angesichts des niedrigen Zinses zeigten Mitglieder und Kunden aber auch größeres Interesse an renditestärkeren Anlageformen. Dazu gehörten beispielsweise Wertpapiere, Lebensversicherungen und Bausparprodukte. „Hier macht sich unsere genossenschaftliche Beratungsqualität, also die ganzheitliche, auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtete Beratung, bezahlt. Diese wollen wir daher auf jeden Fall weiter ausbauen“, erklärte Henning Henke.


Der anhaltende Niedrigzins stellt für die Volksbank Haltern eine Herausforderung dar, wie Henke berichtete. Der Zinsüberschuss lag 2015 mit 8,5 Millionen Euro um 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Provisionsüberschuss, der un-ter anderem mit der Vermittlung von Investmentfonds, Versicherungspolicen und anderen Angeboten des genossenschaftlichen Finanzverbunds erzielt wird, stieg um 6,6 Pro-zent auf 2,8 Millionen Euro.


Das Betriebsergebnis von knapp 3,8 Millionen Euro lag zwar unter dem Vorjahreswert, aber über den eigenen Prognosen, wie der Vorstand betonte. Deswegen kann die Volksbank ih-ren Mitgliedern auch für 2015 eine Dividende auf dem hohen Niveau der Vorjahre zahlen.
Für 2016 plant die Genossenschaftsbank im Kreditgeschäft einen Zuwachs von etwa 3 Prozent. „Wir sind optimistisch für die regionale Wirtschaft“, betonte Henning Henke. „Unsere Mitglieder und Kunden möchten wir deswegen weiterhin bei ihren Investitionen unterstützen und damit einen positiven Beitrag für die gesamte Region leisten“.


Im Einlagengeschäft dagegen wird das Wachstum voraus-sichtlich etwas schwächer ausfallen – „dafür werden die wei-ter anhaltende Konsumneigung und der starke Wettbewerbs-druck vor allem durch Direktbanken sorgen“, prognostizierte Christoph Sebbel.
 

Wichtige Voraussetzung für die geplanten weiteren Steige-rungen im Kreditgeschäft ist eine gute Eigenkapitalausstattung. Die Volksbank verfügt über ein solides Kernkapital von 39,8 Millionen Euro oder 9,1 Prozent der Bilanzsumme, wie der Vorstand berichtete. 2015 hatte die Kreditgenossenschaft ihr Eigenkapital um 1,5 Millionen Euro gestärkt.  


Aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Haltern schieden tur-nusgemäß Gerlinde Leuthäußer, Heinz-Wilhelm König und Frank Stenner aus. Als Nachfolger/in von Gerlinde Leuthäußer, die sich auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wiederwahl stellte, wählten die Vertreter Marianne Teltrop, Hotel Haus Teltrop in Lippramsdorf. Heinz-Wilhelm König und Frank Stenner wurden zur Wiederwahl vorgeschlagen und gewählt.